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Bußgeld Überhöhte Geschwindigkeit

Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften!

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Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung – wird im aktuellen Bußgeldkatalog zwischen Überschreitungen innerorts und außerorts unterschieden. Da ein höheres Risiko für Menschen besteht und die Unfallgefahr allgemein höher ist, werden Geschwindigkeitsüberschreitungen, die innerorts begangen wurden, härter geahndet als jene außerorts. Doch wie werden Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Autobahn gemessen? Worin besteht der Unterschied zwischen Richtgeschwindigkeit und Höchstgeschwindigkeit?

Diese und mehr Fragen werden im folgenden Ratgeber beantwortet.

Wie werden Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Landstraße oder Autobahn gemessen?

Auch wenn die Gefahren, die von Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgehen außerorts nicht so hoch sind wie innerhalb geschlossener Ortschaften, werden dennoch die meisten Radarkontrollen Außerorts durchgeführt. Neben den bekannten stationären Blitzanlagen, werden auf Landstraßen und auf der Autobahn häufig mobile Blitzer in verschiedenen Varianten verwendet. Besonders gern werden diese mobilen Blitzer direkt hinter Ortseinfahrten, oder zu Beginn einer 70er-Zone eingesetzt.

Doch was genau sind mobile Blitzer und welche Arten gibt es?

Unter mobilen Blitzern versteht man solche die im Fahrzeug mitgeführt und beliebig aufgebaut werden können. Sie werden von der Polizei gern für kurze Einsätze genutzt, weil sie gegenüber den stationären Blitzern einen entscheidenden Vorteil aufweisen: sie werden nicht sofort gesehen und können fast überall aufgebaut werden. Vor allem Pendler, oder Leute die eine Strecke häufig fahren, kennen die Standorte der stationären Blitzer meist schon auswendig und drosseln dann nur im Sichtbereich des Blitzers die Geschwindigkeit.

Der mobile Blitzer soll genau da Abhilfe schaffen. Er soll Druck auf die Autofahrer ausüben. Sie sollen sich bei dem Gedanken an die mobilen Blitzer ins Bewusstsein rufen, dass jederzeit und überall ein Messgerät (Blitzer) stehen könnte, und sie sich somit nicht nur bei bereits bekannter Blitzergefahr an die Höchstgeschwindigkeit halten müssen, sondern immer.

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In Deutschland werden verschiedene Arten mobiler Blitzer eingesetzt:

Die typische Radarfalle

Dieser Blitzer funktioniert mithilfe des nach seinem Entdecker, dem österreichischen Mathematiker und Physiker, Christian Doppler benannten Doppler-Effekts. Von dem Geschwindigkeitsmessgerät werden  Radarstrahlungen ausgesendet. Diese treffen das Fahrzeug und werden dann wieder von diesem reflektiert. Das Radargerät nimmt dann wiederum die Signale auf und berechnet mit ihnen die Geschwindigkeit des vorbeifahrenden Autos. Wenn der Fahrer zu schnell gefahren ist, wird ein Blitzer Foto ausgelöst.

Nachteil: Wenn mehrere Kraftfahrzeuge mit geringem Abstand hintereinander fahren, ist die Messung unbrauchbar. Außerdem kann es sein, dass die Messung Fehler aufweist, sei es durch einen falschen Winkel oder eine Reflexion der Radarstrahlen.

Lichtschrankenmessung

Bei der Lichtschrankenmessung befinden sich jeweils an beiden Seiten der Straße ein Sender und ein Empfänger. Verbunden werden die beiden Geräte durch einen Lichtstrahl. Wenn ein PKW diesen Lichtstrahl durchfährt, führt dies zu einer Unterbrechung des Kontakts zwischen Sender und Empfänger. Ein Auto fährt in der Regel durch mehrere Lichtschranken. Die Geschwindigkeit des PKW wird dann mittels der Weg-Zeit-Berechnung ermittelt.

Nachteil: Der entscheidende Nachteil hier ist, dass zwischen dem Messgerät und der Blitzer-Kamera eine Funkverbindung besteht. So kann recht einfach mithilfe eines Lichtschrankenstörers die Aufnahme eines Blitzer-Fotos verhindert werden kann.

Laserpistole

Bei einer Laserpistole werden Lichtimpulse gesendet, die ebenfalls von dem PKW reflektiert werden und so die Berechnung der Geschwindigkeit ermöglichen. Bei dieser Methode werden keine Blitzer-Fotos geschossen, aber man kann die Laser Pistole auch in Verbindung mit einer Videokamera einsetzen.

Nachteil: Wird der Laser während der Messung bewegt, oder stimmt der Winkel nicht, führt dies zu einer Verzerrung der Messwerte. Außerdem ist der Nachweis schwieriger, da keine Blitzer-Fotos gemacht werden. Hier sind vor allem die Messbeamten gefragt, die das 4-Augen-Prinzip einhalten müssen. Das Auto wird meist direkt nach Messung der Geschwindigkeit angehalten und die Daten des Betroffenen werden vor Ort erfasst.

Police-Pilot-System

Dabei handelt es sich um eine Methode die meist auf der Autobahn Anwendung findet. Ein ziviles Polizeifahrzeug in dem sich ein Police-Pilot-System befindet, verfolgt PKWs auf der Autobahn und ermittelt mithilfe eines geeichten Tachos sowie einer Videokamera mit welcher Geschwindigkeit sich das verfolgte Fahrzeug fortbewegt.

Nachteil: Wenn das Tacho nicht richtig geeicht ist, kann das zu einer Verfälschung der tatsächlichen Geschwindigkeit führen. Zudem sind die Autos der Beamten für „Kenner“ leicht zu entdecken.

Was ist der Unterschied zwischen Richtgeschwindigkeit und zulässiger Höchstgeschwindigkeit?

 Für viele Autofahrer ist die deutsche Autobahn das Paradies. Hier gibt auf vielen Streckenabschnitten keine vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit, sondern lediglich eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Doch was ist eine Richtgeschwindigkeit?

In der „Verordnung über eine allgemeine Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen“ wurde im Jahr 1978 festgelegt welche Geschwindigkeiten auf der Autobahn und außerhalb geschlossener Ortschaften „empfohlen“ werden.

Daraus folgt, dass die Richtgeschwindigkeit lediglich eine Empfehlung ist, an die man sich als Autofahrer nicht halten muss, eine Höchstgeschwindigkeit hingegen ist obligatorisch für jeden. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten sind unter §3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. So gilt außerhalb geschlossener Ortschaften für PKW und andere Kraftfahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5t eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h.

Überschreitung der Richtgeschwindigkeit – Welche Strafen sind zu erwarten?

Da die Richtgeschwindigkeit nicht bindend ist, handelt es sich beim Nichteinhalten auch nicht um eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat. Man muss also keine Angst vor einem Bußgeldbescheid haben, wenn man auf der Autobahn über 130 km/h fährt.

Allerdings ist eine Richtgeschwindigkeit auch nicht komplett wirkungslos. Wer wesentlich schneller als die empfohlenen 130 km/h fährt und so – selbst ohne eigenes Verschulden – in einen Unfall verwickelt wird, haftet für den Schaden unter Umständen mit.

Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen und Autobahnen – Welche Strafen drohen?

Da Höchstgeschwindigkeiten bindend und für jeden gültig sind, handelt es sich bei einer Nichteinhaltung um einen Verstoß gegen die StVO und somit um eine Ordnungswidrigkeit. Wer beim zu schnell Fahren geblitzt wird, muss mit einem Bußgeldbescheid rechnen. Die Höhe des Bußgeldes sowie die Nebenfolgen (also etwa Fahrverbot, Punkte in Flensburg) sind abhängig von der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung. Wer sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit hält muss mit einem Bußgeld von mindestens zehn und höchstens 600 Euro rechnen, sowie einem bis zwei Punkten in Flensburg und möglichem Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten.

Fazit

Außerhalb geschlossener Ortschaften gibt es teilweise Höchstgeschwindigkeiten und zum Teil auch nur Richtgeschwindigkeiten. Wer ein Bußgeld vermeiden möchte, sollte sich an die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten  halten und auch sonst immer so verantwortungsvoll fahren, dass kein Unfall passiert. Richtgeschwindigkeiten sind zwar nicht bindend, sollten aber, um eine Haftung im Falle eines Unfalls auszuschließen, ebenso beachtet werden.

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