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Rechtsschutzversicherung: Vergleich und Ratgeber 2017

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In eine rechtliche Streitigkeit zu geraten, ist schnell passiert. Und Rechtsstreitigkeiten können teuer werden. Nicht nur der Staat, auch der Rechtsbeistand will seine Kosten gedeckt sehen. Mehr noch: häufig geht die Streitsache über die erste Instanz hinaus. Unschön, wenn zur emotionalen Belastung durch einen anhaltenden Rechtsstreit auch noch finanzielle Engpässe kommen. Vor dieser Situation schützt Sie die Rechtsschutzversicherung. Denn bestimmte vertraglich vereinbarte Leistungen übernimmt dann Ihr Versicherer. Doch welche Leistungen umfasst eine Rechtsschutzversicherung? Für wen lohnt sie sich und worauf ist beim Vergleich zu achten? EXPERTEHILFT wirft in diesem Ratgeber einen näheren Blick auf das Thema Rechtsschutzversicherung:

Rechtsschutzversicherungen im Vergleich: Allgemeine Leistungen

Vertraglich können bei einer Rechtsschutzversicherung unterschiedlichste Leistungen vereinbart werden. Doch bestimmte Leistungen gehören für gewöhnlich zum Standard. Dazu gehören:

  • Anwaltsgebühren. Beachten Sie: sofern nicht anders vereinbart, gilt das nur für Anwaltskosten die nach der gesetzlich festgelegten Gebührenordnung vereinbart sind. Hintergrund ist schlicht der, dass die Versicherer nicht für den teuersten Star-Anwalt zur Kasse gebeten werden möchten
  • Kosten für Zeugen und Sachverständige. Zeugen und Sachverständige erhalten eine Aufwandsentschädigung und bekommen ihre Auslagen ersetzt. Die Details regelt das Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetz (JVEG). Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die so entstehenden Kosten. Allerdings nicht für privat in Auftrag gegebene Gutachten.
  • Müssen Sie eine Kaution stellen, um auf freiem Fuß zu bleiben, bezahlt diese die Rechtsschutzversicherung. Kautionshöhen bis zu 50.000 € werden üblicherweise übernommen. Die genaue Höhe kann frei vereinbart werden
  • Gerichtskosten – sofern sie dem Versicherungsnehmer aufgelastet werden
  • Kosten für eine etwaige Mediation übernimmt die Rechtsschutzversicherung ebenfalls
  • Kosten der Gegenseite – sofern sie dem Versicherungsnehmer aufgelastet werden
  • Rechtsschutz im Ausland – die Rechtsschutzversicherung gilt in aller Regel auch für das europäische Ausland sowie einige Anrainerstaaten

Im Vergleich: die Bausteine einer Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherungen gliedern sich in unterschiedliche Bausteine auf. Die Idee dahinter: nicht jedes Rechtsgebiet ist automatisch mitversichert. Wer sich für den Bereich Arbeits- und Berufsrechtsschutz versichert, kann keine Leistungen für verkehrsrechtliche Streitigkeiten erwarten. Es sei denn diese sind explizit ebenfalls versichert. Mehr noch: für jedes Rechtsgebiet gibt es neben standardmäßigen Leistungen auch einige Besonderheiten, die gesondert vereinbart werden müssen.

So kommt es, dass es nicht DIE EINE Rechtsschutzversicherung gibt, da sich die vom Versicherer angebotenen Leistungen erheblich unterscheiden. Es ist Ihre Entscheidung, ob es der Rundum-Rechtsschutz sein soll, oder ob bestimmte Bausteine genügen. Ein sorgfältiger Vergleich der verschiedenen Anbieter ist daher unerlässlich.

Baustein: Privatrechtsschutz

Der Privatrechtsschutz ist in aller Regel der Grundstein einer Rechtsschutzversicherung. Er umfasst gleich mehrere Rechtsgebiete des privaten Bereichs. So unter anderem den Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht, also beispielsweise wenn es zu einem Rechtsstreit über einen Kaufvertrag kommt. Auch bei schuldrechtlichen Streitigkeiten, also wenn es um Schadensersatz geht, greift die Rechtsschutzversicherung. Erbstreitigkeiten sind ebenso umfasst.

Da Kinder und Ehepartner mitversichert werden, wird der Privatrechtsschutz auch als Familienrechtsschutz bezeichnet. Aufgrund des breiten Leistungsspektrums kommt eine Privatrechtsschutzversicherung für Jedermann in Betracht.

Baustein: Verkehrsrechtsschutz

Da KFZ und Verkehr aus Sicht der Versicherungsgesellschaften ein ganz eigener Risikobereich sind, ist der Verkehrsrechtsschutz ausgegliedert. Streitigkeiten um Bußgelder wegen kleinerer Ordnungswidrigkeiten sind genauso umfasst, wie Schadensersatzstreitigkeiten nach einem Autounfall.

Gerade für Versicherungsnehmer, die auf Privatrechtsschutz verzichten wollen, ist interessant: viele Versicherer bieten Komponenten aus dem Privatrechtsschutz innerhalb der Verkehrsrechtsschutzversicherung an. Eine Streitigkeit um den Autokauf oder eine mangelhafte Reparatur ist dann vom Versicherungsschutz umfasst, auch ohne den privaten Rechtsschutz.

Übrigens: Ihr Verkehrsrechtsschutz greift auch, wenn Sie zu Fuß unterwegs waren. Auch Streitigkeiten im Zusammenhang mit Verkehrswegen mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln sind umfasst. Prinzipiell kommt der Verkehrsrechtsschutz für jeden in Frage, der regelmäßig am Verkehr teilnimmt. Aber gerade für Berufspendler und sonstige Vielfahrer ist er eine echte Option.

Baustein: Vermieterrechtsschutz

Der Name sagt es schon. Dieser Baustein einer Rechtsschutzversicherung ist für all jene empfehlenswert, die Immobilien vermieten. Gerade das Mietrecht ist sehr anfällig für Unfrieden und Streitigkeiten. Beispielsweise durch säumige Mieter, gegen die ein Räumungstitel erwirkt werden muss. Auch Mieterhöhungen gehören zu den klassischen Streitthemen. Die Kündigung durch Eigenbedarf ebenso.

Der Versicherungsschutz indes umfasst nicht nur Streitigkeiten mit Mietern. Als Vermieter können Sie mit unterschiedlichen staatlichen Stellen in Streit geraten, zum Beispiel dem Finanzamt. Sofern Sie in Ihrer Eigenschaft als Vermieter adressiert sind, greift der Vermieterrechtsschutz.

Übrigens: Angebote für Baurechtsschutz sind äußerst selten, da dieser Risikobereich als zu anfällig gilt. Dennoch: es gibt einige wenige Angebote.

Baustein: Berufsrechtsschutz bzw. Arbeitsrechtsschutz

Der Berufsrechtsschutz, auch Arbeitsrechtsschutz genannt, dient der Absicherung von Arbeitnehmern. Wenn ein Anstellungsverhältnis im Unfrieden endet, brennt es an allen Ecken und Enden. Eine neue Arbeitsstelle muss gefunden werden, ggf. fällt ein Umzug an. Aufgrund des Lohnausfalls wird das Geld knapp. Die hohen Kosten, die anfallen, um gegen eine bspw. unrechtmäßige, fristlose Kündigung vorzugehen, wirken dann oft abschreckend. Der Arbeitnehmer lässt es dann auf sich beruhen, obwohl ihm Unrecht angetan wurde und er Ansprüche geltend machen könnte.

Der Berufsrechtsschutz sichert Sie für solche Fälle ab. Dabei umfasst der Versicherungsschutz nicht allein Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber. Auch Ungemach mit den Behörden, wenn in arbeitsrechtlichem Zusammenhang, ist von diesem Rechtsschutz versichert.

Rechtsstreitigkeiten im Beruf können zu den schwerwiegendsten, existentiellen Risiken gehören. Eine Rechtsschutzversicherung in diesem Bereich ist daher sehr empfehlenswert. Das gilt im Übrigen auch und insbesondere, wenn der Staat der Arbeitsgeber ist.

Baustein: Wohnrechtsschutz bzw. Mieterrechtsschutz

Dieser Baustein einer Rechtsschutzversicherung richtet sich an das Bedürfnis nach Absicherung auf Mieter-Seite. Die häufigsten Streitgründe sind naturgemäß dieselben wie im Vermieterrechtsschutz. Fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen, aber auch Streitigkeiten um die Rückzahlung der Kaution sind keine Seltenheit.

Dazu kommt, dass an der eigenen Wohnung häufig das Herz hängt und als fundamental für das eigene Wohlergehen empfunden wird. Der Mieterrechtsschutz bewahrt sie davor, dass zu nervenaufreibenden Querelen mit dem Vermieter auch noch finanzielle Belastungen kommen. Die Absicherung in diesem Bereich der Rechtsschutzversicherung kann daher lohnen.

FAQ – Das sind die häufigsten Fragen zum Thema Rechtsschutzversicherung

Bestehen nach dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung Wartezeiten, bis der Versicherungsschutz greift?

Ja, es gibt Wartezeiten. Naturgemäß liegt es nicht im ökonomischen Interesse der Versicherer, einen Vertrag zum Zeitpunkt des Leistungsfalls abzuschließen und sofort zahlen zu müssen. So gesehen sind die Wartezeiten äußerst kurz, denn sie betragen nur selten mehr als drei Monate. Das bedeutet, dass alle Streitigkeiten, die vor Versicherungsabschluss bzw. innerhalb der Wartezeit entstanden sind, nicht abgesichert sind.

Allerdings gibt es Rechtsgebiete, für welche die Versicherer keine Wartezeit vorschreiben. So zum Beispiel der Strafrechtsschutz und der Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz.

Nicht nur bestehen Unterschiede zwischen den abzusichernden Rechtsgebieten. Auch zwischen den Versicherungsgesellschaften gibt es Unterschiede. So kann es vorkommen, dass, bedingt durch den Konkurrenzkampf der Anbieter, auch kürzere Wartezeiten angeboten werden. Genauso sind erheblich längere Wartezeiten möglich. Ein Vergleich lohnt sich also.

Rechtsschutzversicherung: Wie hoch sind Deckungssumme und Selbstbeteiligung?

Die gute Nachricht ist: die Deckungssumme, also der Betrag der im Leistungsfall maximal vom Versicherer getragen wird, gilt je Rechtsstreitigkeit. Die Deckungssumme kann also in unterschiedlichen Verfahren immer wieder erreicht werden. Dasselbe gilt allerdings auch für die Selbstbeteiligung: sie ist pro Rechtsstreitigkeit fällig.

Ansonsten gilt: Deckungssumme und Selbstbeteiligung sind so hoch, wie sie versicherungsvertraglich vereinbart wurden. Alles Mögliche kann vereinbart werden. Natürlich steigen auch die Versicherungsbeiträge, wenn eine höhere Versicherungsleistung vereinbart wird. Entsprechend sinkt die Versicherungspolice, wenn Sie sich zu einer hohen Selbstbeteiligung verpflichten.

Das Rechtsgebiet ist zudem entscheidend. Je nach Vertragsgegenstand sind Deckungssummen zwischen einigen Zehntausend und Millionenbeträgen denkbar.

Eine pauschale Antwort ist daher nicht möglich. Auch hier hilft nur der Vergleich.

Rechtsschutzversicherung: Gibt es spezielle Firmen- oder Familientarife?

Die Branche bietet zahlreiche lohnende Familientarife an. Sowohl Partner als auch Kinder lassen sich regelmäßig mitversichern. Es muss sich nicht um Ihren Ehepartner handeln. Solange sie eine eheähnliche Gemeinschaft führen, also miteinander wohnen, können Sie sich gemeinsam versichern – und dadurch sparen!

Auch der nachträglichen Aufnahme eines Lebenspartners in den Vertrag Ihrer Rechtsschutzversicherung steht für gewöhnlich nichts im Weg.

Freilich können sich nicht allein Privatpersonen versichern lassen. Auch juristische Personen, also Firmen in ihren unterschiedlichen Rechtsformen, sind dem Risiko eines Ressourcenzehrenden Rechtsstreits ausgesetzt und können sich mit einer Rechtsschutzversicherung gegen dieses Risiko absichern. Auch Firmen sollten nicht auf einen Vergleich der Anbieter verzichten.

Wie kann man eine bestehende Rechtsschutzversicherung wechseln?

Rechtsschutzversicherungen verfügen wie andere Verträge auch über Laufzeiten und Kündigungsfristen, die ganz individuell ausgestaltet sein können. Sind Sie von einem Konkurrenzprodukt so überzeugt, dass sich wechseln möchten, sollten Sie sich zunächst über die vertraglichen Gegebenheiten der laufenden Rechtsschutzversicherung informieren. Nach einer ordentlichen Kündigung können Sie die neue Police so abschließen, dass sie nahtlos anschließt.

Bedenken Sie, dass eine erneute Wartezeit anfallen könnte.

Rechtsschutzversicherung Vergleich – was ist zu beachten?

Der liberalisierte Versicherungsmarkt ist durch starken Wettbewerb gekennzeichnet. Nicht nur die Anbieter müssen gucken, wo sie bleiben. Für Sie als Versicherungsnehmer gilt dasselbe! Auf einem Markt mit zahlreichen Anbietern und zahllosen Versicherungsprodukten ist der Vergleich alternativlos. Nur durch eine sorgfältige Sondierung vorliegender Angebote können Sie den besten Schnitt machen.

Fazit

Eine Rechtsschutzversicherung kann ein kluges Investment sein. Sie kann Sie jedoch auch vor existenziellen Risiken bewahren. Die angebotenen Produkte sind vielfältig und flexibel. Versicherungsnehmer können sich aus den Bausteinen der Rechtsschutzversicherung genau das Paket zusammenstellen, welches ihren Bedürfnissen gerecht wird. Bezüglich der Beitragshöhe für das gewünschte Paket kommt es vor allem auf einen sorgfältigen Vergleich an.

Rechtsschutzversicherung: Vergleich und Ratgeber 2017
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